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KINDER FÜR JESUS CHRISTUS GEWINNEN
Wie du ein Kind zu Jesus Christus führen kannst
Zum Kapitel: 01 -- 02 -- 03 -- 04 -- 05 -- 06 -- 07 -- 08 -- 09 -- 10 -- 11 -- 12
Inhaltsverzeichnis
01 Herzlich willkommen
Kinder für Jesus Christus gewinnen – das ist der Titel dieser Seiten und das ist unser Anliegen. Dafür schlägt unser Herz. Das ist unser Ziel.
Kinder für Jesus Christus gewinnen – kaum ein anderes Thema verlangt mehr Weisheit und Sensibilität. Es ist klar, der Glaube ist ein Geschenk Gottes. Deshalb ist jede Art von Manipulation fehl am Platz. Daneben ist es eine Tatsache, dass Gott Kinder anspricht und sie sich dann nach Vergebung ihrer Schuld und einem veränderten Leben sehnen. Die folgenden Seiten halten die Balance und sind eine große Hilfe für alle, die Kinder bei ihrem Schritt zu Jesus Christus begleiten möchten.
Kinder für Jesus Christus gewinnen – darüber kann nur schreiben, wer sich selbst danach sehnt und viele Erfahrungen gesammelt hat. Auf Elfriede Grotz trifft beides zu. Das lassen diese Seiten erkennen und machen sie deshalb so gewinnbringend und praktisch für jeden, der das gleiche Anliegen hat.
KEB-Deutschland e. V.
Kinder entdecken die Bibel
02 Kinder für Jesus Christus gewinnen
Unser Thema: Wie du ein Kind zu Jesus Christus führen kannst
Man könnte eine Stecknadel fallen hören. Die Jungen und Mädchen im Kindertreff verfolgen mit Augen und Ohren die spannende Missionsgeschichte von Jesse Overholtzer. Sie sind ganz dabei, als er mit Freunden um Mitternacht eine Kuh auf das Scheunendach lockt und als Zwölfjähriger heimlich sein Elternhaus verlässt. Sie erleben mit, wie Jesus Christus ihm nachgeht und ihm seine Liebe zeigt.
Jesse Overholtzer wurde Prediger. Spurgeons Bücher fesselten ihn. Dabei stieß er auf die Aussage, dass ein fünfjähriges Kind, wenn es richtig unterwiesen wird, genauso echt glauben und wiedergeboren werden kann wie ein Erwachsener.
"Das ist nicht wahr!", rief Overholtzer laut, "Kinder können noch nicht glauben und gerettet werden. Sie sind zu jung." Er schlug das Buch zu und legte es weg.
Empört rufen die Kinder an dieser Stelle: "Doch, das stimmt!"
Und sie haben Recht. Denn manche von ihnen wissen es aus eigener Erfahrung, dass Jesus Christus Kinder rettet.
Hättest du auch protestiert, wenn du bei diesem Kindertreffen dabei gewesen wärst?
Am Ende der Geschichte atmen die Kinder erleichtert auf, denn Jesse Overholtzer hat seine Meinung geändert. Ja, noch mehr: Ein "Experiment" mit Kindern hat ihn so sehr von der Wahrheit der Spurgeon-Aussage überzeugt, dass er sein Leben ganz der Kinder-Evangelisation widmete. 1937 gründete er die Organisation Child Evangelism Fellowship (CEF).
CEF ist ein internationales Missionswerk. Die Mitarbeiter sind in fast allen Ländern der Welt tätig, um Kinder für Jesus Christus zu gewinnen.
Möchtest du auch dabei mitmachen und in persönlichen Gesprächen, im Kindergottesdienst, auf Kinderfreizeiten ... Kinder für den Herrn Jesus gewinnen?
Die folgenden Seiten geben Antwort auf die Frage: Wie kannst du ein Kind zu Jesus Christus führen? Sie wurden aus der Praxis für die Praxis geschrieben und sind eine gute Anleitung für deinen Dienst unter Kindern. Die Erfahrung, viele Kinder und viele Beispiele beweisen Gottes Handeln an jungen Menschen und ehren ihn.
- "Kinder für Jesus Christus gewinnen" ist eine Ermutigung für diejenigen, die Jungen und Mädchen zum Glauben an den Herrn Jesus führen möchten. Gib dieses Ziel nicht auf! Auch dann nicht, wenn du Gegenwind erlebst. Eine Frau sagte: "In der Gemeinde schimpfen sie mit mir, weil ich Kinder zu Jesus führe."
- "Kinder für Jesus Christus gewinnen" ist ein Wegweiser für jeden, der im Blick auf Kinderbekehrung noch Fragen hat.
Der Wille Gottes ist der Hauptgrund für diese Ausführungen:
"So ist's auch nicht der Wille bei eurem Vater im Himmel, dass auch nur eines von diesen Kleinen verloren werde" (Matthäus 18,14).
Mit Segenswünschen für dich,
Elfriede Grotz
03 Der Mitarbeiter im geistlichen Dienst an Kindern
Kinder zu Jesus Christus führen, das sind Höhepunkte in der missionarischen Arbeit unter Kindern. Oder wie Oswald Chambers es sagte: "Nie gewöhnt man sich an dieses unbeschreibliche Wunder, wenn eine Seele zu Gott findet."
Die Bekehrung eines Menschen mitzuerleben, das ist ein Vorrecht und eine Verantwortung zugleich. Um dabei zu helfen, ist nicht unbedingt eine Schulung nötig.
Hier soll die Betonung einmal auf drei einfachen, aber sehr wirkungsvollen Voraussetzungen liegen.
Voraussetzungen für den Mitarbeiter
1. Sein persönliches Glaubensleben
Die Wiedergeburt, die treue Nachfolge im Glauben sowie Gehorsam aus Liebe zu Gott, das sind die wichtigsten Voraussetzungen für den Mitarbeiter. Er ist ein leidenschaftlicher Bibelleser. Dadurch wächst er im Glauben und in der Erkenntnis des HERRN (2. Petrus 3,18). So trägt sein Leben Frucht.
2. Seine Überzeugung
Wer Kinder zum Glauben führen möchte, braucht eine doppelte Überzeugung: Zum einen, dass Kinder Rettung brauchen, und zum anderen, dass Gott Kinder retten will.
3. Sein Vorbild
Das Leben des Mitarbeiters muss mit seiner Botschaft übereinstimmen. Nur wer sich in seinem Denken, Reden und Handeln vom Wort Gottes leiten lässt, der ist glaubwürdig und kann anderen Orientierung geben. Wir sind in der Öffentlichkeit nur die Christen, die wir auch hinter den Kulissen sind.
Vorbild sein darf nicht mit Vollkommenheit verwechselt werden.
Wer "vollkommen" auftritt und scheinbar alles weiß und kann, wirkt meistens gesetzlich, und nicht verständnisvoll.
Nicht die Vollkommenheit, sondern ein vorbildliches Leben wird den Kindern glaubhafte Nachfolge vermitteln.
Zum Nachdenken:
- Wann hast du Kinder einmal um Vergebung gebeten?
- Sehen Kinder, wie du Probleme mit der Hilfe von Jesus bewältigst?
- Sehen Kinder an dir, dass ein Leben mit Jesus Freude und Erfüllung ist?
Ein Vorbild überzeugt. Deshalb blenden wir hier das einzigartige Vorbild des Herrn Jesus Christus ein.
"Wer bist du denn?", fragten ihn die Pharisäer. Jesus antwortete: "Zuerst das, was ich euch auch sage!" (Johannes 8,25).
Und weil der Herr Jesus Christus unser Vorbild ist, deshalb bitten wir ihn, dass er uns ihm ähnlich macht. Dann sagen Kinder: "Erst liebte ich die Person, die mir von Jesus erzählte, und dann liebte ich Jesus."
Drei Kennzeichen eines guten geistlichen Begleiters
1. Er hat Zeit
Ungefähr zwanzig Minuten reichen aus, um ein Kind zu Jesus Christus zu führen.
Zeit haben bedeutet, dass der geistliche Begleiter ganz für das Kind da ist. Auch mit seinen Gedanken. Er vermeidet es, das Gespräch unter Zeitdruck zu führen. Manchmal kann es besser sein, einen Termin für den nächsten Tag zu vereinbaren.
2. Er hört genau hin
Für viele Kinder ist es eine große Entlastung, wenn sie dem geistlichen Begleiter alles sagen können, was sie beschäftigt. Deshalb ist Zuhören so wichtig. Der gute Rat muss nicht nach dem ersten Satz des Kindes gegeben werden. Und der passende Bibelvers passt auch später noch.
Hinhören bedeutet auch, das herauszuhören, was ungesagt bleibt. Kinder drücken sich unterschiedlich aus. Und manche haben Schwierigkeiten, das zu sagen, was sie wirklich bewegt. Vielleicht halten sie etwas zurück, weil sie sich schämen.
Ein stilles Gebet um Weisheit und Verständnis wird der HERR beantworten.
3. Er kann schweigen
Es sollte klar sein, dass der Mitarbeiter nicht weitersagen darf, was ihm anvertraut wurde. Jungen und Mädchen würden tief verletzt, wenn ihr Vertrauen missbraucht würde.
Gott zieht manchmal den Vorhang zur Seite und lässt uns sein Wirken an Jungen und Mädchen sehen. Er gibt uns die schöne Aufgabe, Kindern dabei zu helfen, den Schritt zu Jesus zu tun. Diesen Dienst, den wir nach seinem Willen und in der Abhängigkeit von ihm tun, segnet er.
04 Können sich Kinder bekehren?
Was spricht für Kinderbekehrung?
1. Gottes Wort
Die Bibel spricht oft über die Bekehrung von Kindern. Hier hat der Schöpfer eindeutig seinen Willen mitgeteilt.
5. Mose 31,12-13 "Versammle das Volk, die Männer, Frauen und Kinder (...) damit sie es (das Wort Gottes) hören und lernen und den Herrn, euren Gott, fürchten (...) und dass ihre Kinder, die es nicht kennen, es auch hören und lernen, den Herrn, euren Gott, zu fürchten alle Tage ..."
Matthäus 18,14 "So ist's auch nicht der Wille bei eurem Vater im Himmel, dass auch nur eines von diesen Kleinen verloren werde."
Johannes 1,12 "Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben."
Viele Bibelverse sprechen von Kindern, andere schließen sie ein. Zum Beispiel:
Psalm 78,3-7; Matthäus 19,13-15; Johannes 3,16; Apostelgeschichte 2,21.
Diese und weitere Bibelstellen zeigen, dass Kinder nicht nur im Wort Gottes unterrichtet werden sollen, sondern dass es auch eine Antwort in ihrem Herzen hervorrufen kann.
2. Die Erfahrung
Ein unübersehbarer Beweis dafür, dass sich Kinder bekehren können, ist die Erfahrung. Ungezählte Jungen und Mädchen haben Jesus als ihren Retter und Herrn angenommen. Der Glaube hat sich bei vielen bis in das Erwachsenenalter hinein als tragfähiges Fundament erwiesen und ausgewirkt.
Umfragen an theologischen Ausbildungsstätten haben ergeben, dass manchmal mehr als die Hälfte der Studenten als Kind zum Glauben kam.
Nach einer evangelistischen Kinderwoche sagte ein Mitarbeiter: "Es war für mich eine wichtige Erfahrung zu sehen, dass Kinder ganz bewusst Jesus in ihr Leben aufnahmen. Mir wurde klar, wie falsch mein Denken bis dahin gewesen war. Ich hatte den Kindern das Evangelium verkündigt und es ihnen gleichzeitig schwer gemacht, ihr Leben Jesus anzuvertrauen. Ich gab ihnen keine Gelegenheit dazu. Ich dachte, Kinder sind noch nicht reif dafür oder sowieso errettet.
Als ich jetzt erlebte, wie Kinder gerettet wurden, gingen mir die Augen auf: Kinder brauchen Rettung. Ich bin dem Herrn dankbar für diese Korrektur. Sie war für mich absolut notwendig."
Eine Kindermissionarin berichtete von der Zelt-Evangelisation: "Nach dem Programm für Kinder sagte ein zwölfjähriger Junge: 'Ich war jeden Abend im Zelt, aber ich hatte nicht den Mut, nach vorne zu gehen. Danke, dass du auch bei den Kindern eingeladen hast, zu Jesus zu kommen. Da habe ich mich getraut.'"
3. Persönliche Zeugnisse
Historische Beispiele:
Graf Zinzendorf (1700-1760), ein Vater des Pietismus und der Missionsbewegung wurde im Alter von vier Jahren gläubig.
Corrie ten Boom (1892-1983), die in den Niederlanden viele Juden vor dem Holocaust rettete, hatte mit fünf Jahren Jesus in ihr Leben aufgenommen.
Beispiele der Gegenwart:
Ein KEB-Missionsleiter kam während einer Evangelisation mit zwölf Jahren zum Glauben.
Ein namhafter Professor bezeugte: "Ich durfte mich im Alter von sechs Jahren bekehren. Es war nicht Gefühl, sondern klare Sündenerkenntnis nach einer Bibelarbeit. Ich habe als Kind beides erlebt: das Ernstnehmen meines Glaubens durch meine Eltern und die offene oder heimliche Ablehnung meines Zeugnisses durch andere. Ich weiß daher, wie wichtig es für Kinder ist, dass ihr Glaube ernstgenommen und gefördert wird, auch wenn sie in anderen Dingen noch nicht so kompetent sind."
Ein früherer deutscher Fernsehmoderator erlebte seine Bekehrung als Neunjähriger.
Susanne ist Krankenschwester, verheiratet und hat erwachsene Kinder; sie engagiert sich mit ihrem Mann bei missionarischen Einsätzen und führt Kinder zu Jesus: "Ich erinnere mich noch gut daran, wie du uns im Kindertreff von einem Mädchen erzähltest, das sich bei dir bekehrt hat. Ich war damals so beeindruckt und überwältigt von Jesu Liebe, dass ich nach Hause ging, alle meine Sünden auf ein Blatt Papier schrieb, sie im Gebet zu Gott brachte und um Vergebung bat. Dann habe ich den Zettel feierlich vernichtet." Susanne war elf Jahre alt, als sie das machte.
4. Zitate christlicher Persönlichkeiten
In der Gemeinde Jesu gehen die Meinungen über Kinderbekehrung weit auseinander. Doch das Thema hat große Befürworter, deren Aussagen positive Auswirkungen gehabt haben und weiter haben werden.
Charles H. Spurgeon (1834-1892) war ein Erweckungsprediger Englands in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Seine Predigten und Schriften werden bis heute weltweit gelesen. Er sagte, dass ein fünfjähriges Kind, wenn es recht unterwiesen wird, genauso echt glauben und wiedergeboren werden kann wie Erwachsene. Es war seine Überzeugung, dass diejenigen, die sich als Kinder bekehrt haben, zu den besten Gläubigen zählen und auf die Dauer gesehen standhafter und zuverlässiger sind.
D. L. Moody (1837-1899), einer der bekanntesten Evangelisten Nordamerikas, erkannte, dass viel Unglaube in Gemeinden den Kinderbekehrungen entgegensteht und nur wenige Menschen glauben, dass Kinder wiedergeboren werden können. Er äußerte die Hoffnung, dass es noch anders werden wird.
Der Dozent einer großen Bibelschule sagte: "... an dieser Stelle wollen wir einmal auf die Wichtigkeit der Arbeit unter Kindern hinweisen. Beim Kind ist die Intuition, das Innenwissen um Gott, noch stark wirksam. Darum muss es unser Anliegen als gläubige Eltern sein, unseren Kindern früh dieses Innenwissen aufzufüllen. Sie sollen aber auch durch Buße und Bekehrung zu einer persönlichen Gemeinschaft mit Gott geführt werden, möglichst bevor sie zur Schule kommen."
Ein Jugendevangelist stellte fest: "Obwohl die Kinder nicht meine Zielgruppe sind, beobachte ich in den letzten Jahren eine auffällige Zunahme von Kinderbekehrungen. Manchmal sind es sogar mehr Kinder als Jugendliche."
Die Quelle unseres Auftrags, Kinder für Jesus Christus zu gewinnen, ist Gottes Wort.
Die Erfahrung, die persönlichen Zeugnisse und die Zitate der vielen Befürworter sind der Fluss, der dort entspringt und deinen Dienst unter Kindern bewässern und zu dieser zielorientierten Arbeit mitreißen will.
Alles zusammen mündet ein in das bekannte Wort des Herrn Jesus:
"Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht …" (Markus 10,14-16).
05 Vorbehalte und Vorurteile zum Thema Kinderbekehrung
Die Bekehrung von Kindern wird nicht immer positiv gesehen, sie stößt auch auf Vorbehalte und Vorurteile. Ein Faktor könnte sein, nach welchem Weltbild der Mensch beurteilt wird. Nach dem humanistischen: der Mensch ist gut. Oder nach dem biblischen: der Mensch ist von Natur aus ein Sünder.
In einem Brief teilte mir ein Pastor seine Meinung mit: "Benötigen unsere Kinder, die im christlichen Elternhaus aufgewachsen sind, eine Bekehrung? Die Frage ist: Wovon umkehren? Ist es notwendig, eine bewusste Entscheidung für Jesus zu treffen, oder sind es viele kleine Entscheidungen, die dem Alter gemäß, immer wieder getroffen werden müssen? Jesus sagt, das Himmelreich gehört den Kindern."
Seine Argumente richteten sich gegen die evangelistische Verkündigung, denn die "erzeugt für Kinder schwere Schuldgefühle, die sie nicht verkraften." Und außerdem kritisierte er die "theologisch äußerst fragwürdige Darstellung des 'schmalen und breiten Weges' mit den unweigerlichen Zielen von Himmel oder Hölle und nichts dazwischen."
In meiner Bibel finde ich keine Stelle, in der Gott von einem "Dazwischen" spricht. Und aus Erfahrung kann ich zu den "schweren Schuldgefühlen" sagen: Wer in seiner Botschaft von Sünde spricht, sagt den Kindern nichts Neues. Viele wissen um ihre Schuld. Und oft habe ich erlebt, dass Kinder darauf warten, dass ihnen jemand sagt, wie und bei wem sie ihre Last abladen können.
Oft habe ich Kindern den Tipp gegeben: "Schreibe einmal alle Sünden, die dir bewusst sind und dich bedrücken, auf einen Zettel. Gehe damit zum Herrn Jesus. Bekenne ihm alles im Gebet und bitte ihn um Vergebung."
In Gedanken sehe ich Achim vor mir. Spontan sprang er vom Stuhl auf und rief: "Des gibt aber a lange List!"
Schuld bekennen. Neu anfangen. Danach sehnen sich viele Jungen und Mädchen. Du kannst ihnen die gute Nachricht sagen, dass der Herr Jesus alle Sünden vergibt.
Vorbehalte und Vorurteile bauen eine Mauer,
die es Kindern (fast) unmöglich macht, zu Jesus, dem Retter,
zu gehen.
Doch Mauern können fallen und Steine abgetragen werden.
Willst du dich daran beteiligen?
1. "Kinder verstehen noch nicht alles"
Das ist richtig. Doch sie werden dem Wort Gottes und ihrem
Verständnis entsprechend glauben. Und das nimmt Gott ernst.
Übrigens, verstehen Erwachsene alles? Im Geistlichen ist nicht der Intellekt ausschlaggebend. Denn wenn das so wäre, dann müssten viel mehr Menschen Jesus nachfolgen.
Nicht der Verstand rettet, sondern der Glaube (Epheser 2,8). Gottes Geist ist es, der zur Erkenntnis der Wahrheit führt, zum Glauben ruft und darin wachsen lässt.
2. "Kinder sind zu jung"
In Johannes 3 Vers 16 steht: "Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die über 12 Jahre alt sind und an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben."
Verzeihung ... diese Bibelübersetzung gibt es nicht. Kein einziger Bibelvers sagt, dass die Bekehrung erst ab einem bestimmten Alter möglich ist. Stattdessen sagt Gott in seinem Wort, dass er sich in Liebe den Geringen, Schwachen und Unmündigen offenbart.
Wann ist ein Kind alt genug, um Jesus Christus anzunehmen?
Die Antwort ist eine vierfache:
- Wenn es erkannt hat, dass es von Gott geliebt ist.
- Wenn es ein Bewusstsein für Gut und Böse hat.
- Wenn es gelernt hat, dass Jesus für seine Sünden gestorben ist.
- Wenn es die Sünde freiwillig bekennen und lassen möchte.
Auf dieser Grundlage ist ein Kind bereit, Jesus als Retter und Herrn anzunehmen.
Bei einem kann das früher und bei einem anderen später sein. Das hängt damit zusammen, dass Gott mit jedem Menschen eine ganz persönliche Geschichte hat.
Ich gehöre nicht zu denen, die alles auf den Teufel schieben. Aber ich weiß, dass der Feind Gottes den Wert einer Kinderseele kennt.
"Das hat noch Zeit ...", diese Meinung drückt er gerne den Christen auf. Besonders dann, wenn es um Kinderbekehrung geht. Hat Bekehrung wirklich Zeit? Wenn ja, wie viel?
Meine Gedanken gehen auf die Krebsstation im Kinderkrankenhaus. Ich denke an die Zeitungsnotiz: "Zehnjährige von Schulbus getötet."
Ich stand an Lenas Grab, die bei einem Autounfall ums Leben kam. Als Elfjährige fragte sie mich: "Kann man wirklich ewiges Leben haben? Wenn ja, wie?"
Nichts eilt so sehr, wie die Bekehrung eines Menschen. Trotzdem dürfen wir keinen Druck ausüben. Wir sagen den Kindern die gute Nachricht von Jesus und vertrauen darauf, dass Gottes Wort nicht leer zurückkommt (siehe Jesaja 55,11).
Wenn ein Mensch schon als Kind zum Glauben an Jesus kommt, dann ist ein ganzes Leben gerettet!
Das ist ein großer Segen, wenn die Weichen für Zeit und Ewigkeit so früh wie möglich richtig gestellt werden und Gott der Herr des Lebens wird!
Das ist eine große Ehre für den Schöpfer und Erlöser, wenn jemand schon als Kind sein Eigentum wird und Gott mit diesem Leben Geschichte machen kann!
Wie alt warst du, als du zum Glauben gekommen bist? Ich vermute, dass viele Leser dieser Seiten, den Herrn Jesus als Kind kennengelernt haben.
3. "Kinder halten nicht durch"
Die Frage nach dem Durchhalten ist berechtigt.
Halten Kinder durch? Nein.
Halten Jugendliche durch? Nein.
Halten Erwachsene durch? Nein.
Hält Gott seine Kinder fest und kann er sie ans Ziel bringen? JA!
Das ist eine Tatsache. Und deshalb bin auch ich noch auf dem Weg mit ihm. Der gnädige, barmherzige und geduldige Gott ist ein starker Erlöser! Er hat Menschen mit seinem Blut erkauft. Wie könnte er auch nur einen wieder loslassen? Niemals!
Jesus, der Anfänger und Vollender des Glaubens (Hebräer 12,2) hat es versprochen: "Niemand wird sie aus meiner Hand reißen (…) niemand kann sie aus des Vaters Hand reißen" (Johannes 10,28.29).
Gotteskinder sind sozusagen an beiden Händen gehalten.
Es ist wahr, schwere Zeiten bleiben auch Kindern nicht erspart. Es ist auch wahr, dass einige durchhängen. Das Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld trifft auch für Kinder zu. Aber das kann nicht gegen die Bekehrung von Kindern sprechen, denn es spricht auch nicht gegen die Bekehrung von Erwachsenen, die später eigene Wege gehen.
Unser Dienst unter Kindern schließt Enttäuschungen ein. Manche Kinder habe ich nach ihrer Bekehrung nicht mehr gesehen. Das schmerzt. Aber Gott hält Ausschau nach ihnen. Zu seiner Zeit knüpft er bei seinen Kindern wieder an.
Eine geistliche Geburt kann genauso wenig rückgängig gemacht werden wie eine natürliche Geburt.
Zur Verantwortung eines Mitarbeiters gehört es, eine gute Nacharbeit zu leisten. Und dazu gehört vor allem treues Gebet für das Kind.
Vorbehalte und Vorurteile zur Bekehrung von Kindern entspringen oft der eigenen Lebensgeschichte
Wer seine Bekehrung unter Druck oder Angst erlebte, der wird bei dem leisesten Aufruf zur Entscheidung Druck wittern. Und weil er das Kindern ersparen will, fällt er vielleicht in das andere Extrem: Er lädt die Kinder niemals ein, zu Jesus zu kommen.
Mein Tipp: Setze als erwachsener Mensch hinter deine Vergangenheit einen Punkt und stelle dich dem Thema neu und objektiv.
Oder um es in einem Bild zu sagen: Wenn jemand als Kind vom Pferd gefallen ist, darf er Kindern nicht verbieten, auf ein Pferd zu steigen. Stattdessen soll er den Steigbügel besser hinhalten und beim Aufsteigen helfen.
Weitere Steine in der Mauer der Vorbehalte und Vorurteile werden wir später abtragen.
Doch die beste Antwort auf alle Vorurteile geben Kinder selbst.
"Ich kann mich noch genau erinnern, wie ihr eingeladen habt, zu Jesus zu kommen. Wir waren schon auf dem Heimweg, als meine Freundin sagte: 'Wir gehen hin.' Dann sind wir umgekehrt, nicht nur zum Schulhaus (Anmerkung: Da fand die Kinderveranstaltung statt), sondern auch zu Gott. Ich habe meine Umkehr nie bereut. Obwohl ich oft untreu war, hat mich der Herr Jesus immer wieder angenommen. Ich habe in der Bibel viele Verse gefunden, die mich in schweren Zeiten ermutigt haben, zum Beispiel Psalm 121 oder Josua 1,9." Tina
"Nach der Kinder-Bibelwoche war ich richtig glücklich, dass ich ein Gotteskind bin. Meine Mutter war auch ein paar Tage netter als sonst." Mariette
"Manchmal lachen mich die anderen aus, weil ich jetzt christlich bin. Aber ich bereue es nicht, dass ich Jesus aufgenommen habe." Renate
"Ich finde es sehr schön, für Jesus zu leben. Auf ihn kann ich mich verlassen. Und weil ich Jesus nachfolge, habe ich die Gewissheit, dass das Leben weitergeht und dass Jesus mein Leben lenkt und führt." Marie
"Meinen Weg mit Jesus gehe ich immer noch und ich glaube, ich werde ihn auch nie mehr verfehlen. Ihm kann ich alles sagen und er hilft mir. Ich fühle mich pudelwohl seit der Kinder-Freizeit." Katja
06 Die geistliche Begleitung eines Kindes
Durch eine liebevolle, geistliche Begleitung möchten wir Kindern in ihren Glaubens- und Lebensfragen helfen. Sie erstreckt sich manchmal über Jahre und ist nicht nur das einmalige Gespräch mit dem Kind.
Wir unterscheiden drei Arten der geistlichen Begleitung.
1. Die geistliche Hinführung zur Annahme des Heils
Die Hinführung geschieht durch biblische Geschichten, durch Lieder und durch andere Programmelemente. Eine wichtige Rolle spielen auch Vorbilder und die Erlebnisse der Kinder. Schuldbewusstsein, Lebens- und Sinnfragen wecken die Sehnsucht nach Gott. Auch die Konfrontation mit Krankheit und Tod kann zu Gott hinführen. Und nicht zuletzt können familiäre Situationen Wegbereiter sein – die notvollen eingeschlossen, seien es Alkohol- oder Drogensucht in der Familie, Missbrauch, Scheidung, Gewalt, Verwöhnung oder Vernachlässigung.
Dazu ein notwendiger kleiner Exkurs:
"Zerrüttete Verhältnisse!" Das scheint ein weit verbreitetes Wort zu sein. Oft erschrecke ich darüber, wie Kinder aus notvollen familiären Situationen damit abgeschrieben werden. Ist da wirklich keine Hoffnung mehr? Gibt es für Gott vielleicht doch unmögliche Fälle? Wo bleibt der Glaube, dass der Schöpfer seine Geschöpfe retten will?
Eine Bekannte erzählte mir am Telefon eine Nachbarschaftsstory: "Die Ehe ging auseinander. Die Frau ist weggezogen. Die Kinder tun mir leid." Das Fazit sagte sie im nächsten Satz: "Was soll aus denen noch werden?"
Tief bewegt legte ich den Hörer auf – aber gleichzeitig brach in meinem Herzen Hoffnung auf: Können die Nöte im Elternhaus nicht genau der Boden sein, auf dem Gott sich offenbaren will?
Ich kenne jemanden aus zerrütteten Verhältnissen. In ihrem Dorf ließ Gott für sie eine Evangelisation durchführen. Sie war die Einzige, die zum Glauben kam. Später hörte sie den Ruf Gottes in die Mission. Gott gebrauchte ihr Leben, um unzählbaren Kindern in Deutschland und weltweit das Evangelium zu verkündigen: Persönlich, schriftlich und durch die Hörspiele "Geschichten für Kinder" in mehr als 40 Sprachen, die du auf dieser Plattform www.wol-children.net findest.
Ein Blick in die Kirchen- und Missionsgeschichte zeigt uns, dass Gott in besonderer Weise mit denen fühlt, die mit einem schweren Erbe ins Leben gingen. Für ihn ist es Nebensache, ob jemand aus einer kaputten oder aus einer heilen Familie kommt. Bei Gott zählt allein die Liebe zu ihm und die Hingabe an ihn.
Es hat mich schon oft begeistert, wenn genau die Kinder auf Gottes Ruf antworten, von denen man es am wenigstens erwartet hätte.
Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben: Jeder hat Narben oder Defizite. Da ist niemand ausgenommen. Auch nicht diejenigen aus den scheinbar heilen Familien.
Vielleicht trägst du eine Last, von der niemand etwas weiß. Gib nicht auf! Sei mutig, halte die Hoffnung fest, denn …
"Der HERR ist nahe denen, die ein zerbrochenes Herz haben, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben" (Psalm 34,19).
Weil ich das glaube, deshalb habe ich eine besondere Liebe für Kinder, die es schwer haben.
Ich möchte dich damit anstecken. Denn Schönes und Schweres kann hinführende Gnade sein. Gottes Wege sind immer gut. Mit jedem. Der Herr kann aus Leid ein Lied machen. Das Leid, das Gott verwandelt, fügt sich harmonisch in die Lebensmelodie ein.
2. Die geistliche Begleitung bei der Annahme des Heils
Hier geht es um das persönliche Gespräch mit dem Kind, das die Hilfe des Mitarbeiters sucht, um Jesus als Retter und Herrn anzunehmen.
Darauf gehe ich später ausführlich ein.
3. Die geistliche Begleitung nach der Annahme des Heils
Damit ist das Begleiten eines wiedergeborenen Kindes gemeint. Es soll durch Gebet, Gespräche und die praktische Einübung des geistlichen Lebens Hilfe erhalten, damit es dem Herrn Jesus treu und mit Freude nachfolgt. Die Nacharbeit ist von großer Bedeutung.
Nach diesem Überblick zeigen wir einen Weg, den das Kind gehen kann, um das Heil persönlich anzunehmen.
Gottes Auftrag ist unsere Verantwortung: Kindern das Evangelium zu verkündigen.
Viele Mitarbeiter unter Kindern tun das mit Hingabe und großem Einsatz. Ihre Liebe zu den Kindern ist sichtbar. Doch nur wenige sind es, die den Jungen und Mädchen die Gelegenheit geben, auf das Gehörte zu reagieren.
Eine Mitarbeiterin sagte erstaunt: "Kindern die Möglichkeit geben, Jesus anzunehmen? Das haben wir noch nie gemacht."
In Paraguay gestand eine Frau nach dem Seminar zu diesem Thema: "Ich leite seit 20 Jahren den Kindergottesdienst, aber ich habe noch NIE Kinder zur Entscheidung aufgerufen. Da muss sich etwas ändern."
Manche Jungen und Mädchen wären viel früher zu Jesus gekommen, wenn sie die Möglichkeit dazu bekommen hätten. Das bestätigen die Evangelisationen für Erwachsene. Da kommen erstaunlich viele Kinder zum Glauben. Warum? Weil hier eingeladen wird, zu Jesus zu kommen.
Sofort nach ihrer Bekehrung sagte Anna zu ihrer Freundin: "Hätten wir das doch schon viel früher gemacht!"
Die Erfahrung lehrt, dass Kinder geistliche Begleitung brauchen. Viele benötigen das konkrete, einladende Angebot. Denn nur wenige Kinder suchen von sich aus das persönliche Gespräch, vielleicht weil sie schüchtern sind. Deshalb braucht es ein Bindeglied zwischen der hinführenden Begleitung und dem persönlichen Gespräch mit dem Kind.
Die folgenden Seiten gehen darauf ein, wie Kindern das Angebot zum persönlichen Gespräch gemacht werden kann.
07 Kindern das persönliche Gespräch anbieten
Was ist das Angebot zum persönlichen Gespräch nicht?
- Es ist kein Druck.
- Es ist keine Gefühlsmanipulation.
- Es ist kein Ängstigen oder Drohen.
- Es ist kein Überreden oder Locken mit Geschenken.
Was ist das Angebot zum persönlichen Gespräch?
- Es ist das Bindeglied zwischen der Verkündigung des Evangeliums in der Gruppe und der persönlichen Begleitung eines Kindes.
- Es ist wie eine Brücke, über die das Kind gehen kann, um das zu erhalten, von dem es gehört hat.
- Das Angebot zum persönlichen Gespräch gibt dem Kind die Möglichkeit, auf Gottes Ruf zu antworten.
Warum bieten wir Kindern das persönliche Gespräch an?
1. Weil wir damit rechnen, dass Gott durch sein Wort und seinen Heiligen Geist an Kinderherzen wirkt, die dann auf das Evangelium reagieren möchten.
2. Weil wir Kindern, die der Einladung des Herrn Jesus folgen möchten, gerne helfen würden, aber nicht wissen, wer Hilfe braucht.
3. Weil wir den Kindern entgegenkommen möchten, die von sich aus den ersten Schritt nicht tun würden.
Wie soll das persönliche Gespräch angeboten werden?
Wie man das Angebot macht, das wird von der eigenen Biografie gefärbt sein. Ich biete Kindern gern das persönliche Gespräch an, weil es mir bei meiner Bekehrung eine große Hilfe war.
Ich fordere Kinder nicht dazu auf, nach vorne zu kommen, auch nicht, die Hand zu heben oder aufzustehen. Ich möchte jede Art von Gruppenzwang vermeiden.
Das Angebot zum persönlichen Gespräch muss, wie jeder Dienst für den Herrn, in der Verantwortung vor Gott gemacht werden. Dabei ist die Würde des Kindes zu achten.
Meistens habe ich Kinder zum Gespräch nach dem Kindertreff eingeladen. Während einer evangelistischen Kinderwoche noch lieber zu einer bestimmten Zeit am nächsten Tag. Damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Wenn ein Kind Zeit zum Nachdenken hatte und dann den Termin wahrnahm, sah ich darin ein erstes Zeichen der Echtheit seines Anliegens.
Im Kinderprogramm gibt es verschiedene Möglichkeiten, um Kindern das persönliche Gespräch anzubieten. Das muss und soll nicht immer am Ende der biblischen Geschichte sein.
08 Programmelemente für das Angebot zum persönlichen Gespräch
1. Das Lied
Viele Kinderlieder enthalten die Botschaft des Evangeliums und eignen sich gut, um Kindern das persönliche Gespräch anzubieten, bei dem sie die Einladung des Herrn Jesus annehmen können.
Zum Beispiel das Lied: "Es ist niemand zu groß, es ist niemand zu klein …" Im Refrain heißt es: "Gott öffnet jedem die Tür, jedem, der ihn fragt. Er nimmt die Schuld und gibt Liebe dafür, denn er hat es uns gesagt."
Hier könntest du anknüpfen und sagen: "Gott liebt dich, er öffnet auch dir die Tür. Drückt dich eine Schuld? Jesus will sie dir vergeben, damit du wieder froh wirst. Sage ihm alles im Gebet. Das kannst du allein zu Hause machen. Oder wenn du dazu noch eine Frage hast, dann kannst du nach dem Kindertreff zu mir kommen. Da habe ich Zeit für dich. Komm doch und sage es mir, wenn du möchtest."
2. Die biblische Geschichte
Viele Geschichten aus Gottes Wort laden ein, im Gebet zu Jesus zu kommen.
Ob es Zachäus ist, der buchstäblich Jesus aufnahm, oder Petrus, der nach dem großen Fischfang mit Sündenerkenntnis Jesus zu Füßen fiel. Mit der Geschichte von der Heilung des Gelähmten kannst du ganz natürlich betonen, dass Jesus Sünden vergibt – damals und heute. Und die Umkehr des verlorenen Sohnes kann ein Vorbild für deine Kindergruppe sein.
Beispiel: "Willst du es dem verlorenen Sohn nachmachen und zugeben, dass Sünde in deinem Leben ist? Du musst nicht warten, bis du erwachsen bist. Schon jetzt will dir der Herr Jesus vergeben und dich annehmen. Komm doch zu ihm. Er wartet auf dich, weil er dich liebt. Nach dem Kindertreff können wir darüber sprechen, du kannst ihm im Gebet deine Sünde bekennen und um Vergebung bitten. Wenn du aber gleich nach Hause gehst, dann kannst du das auch allein in deinem Zimmer machen. Jesus ist überall."
Es ist wichtig, den Kindern beide Möglichkeiten anzubieten: Sie können Hilfe in Anspruch nehmen, sie können das aber auch alleine tun. Strebe dann ein Nachgespräch an, indem du sagst: "Wenn du allein den Herrn Jesus angenommen hast, dann freue ich mich, wenn du mir das erzählst. Und ich gebe dir Tipps für dein Leben mit Jesus."
3. Der Bibelvers
Auch viele Bibelverse bieten sich an, um Kinder zum persönlichen Gespräch einzuladen.
Beispiel: In Johannes 6,37 hat der Herr Jesus versprochen: "Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen."
"Das gilt für alle Menschen. Für alle Kinder. Auch für dich. Jeder darf zu Jesus kommen. Er stößt niemanden hinaus, obwohl er alles über jeden weiß. Er will, dass Jungen und Mädchen zu ihm kommen. Wirst du zu ihm kommen? Du musst nicht zuerst gut werden oder Gutes tun. Komm, wie du bist. Jesus wartet auf dich. Bitte ihn, dass er dir deine Sünden vergibt und dich annimmt. Solche Gebete erhört er sofort. Wenn du möchtest, können wir anschließend noch zusammen beten."
Weitere Möglichkeiten bieten Missionsgeschichten, Beispiele von Personen, die Jesus angenommen haben, und auch dein eigenes Bekehrungserlebnis.
Die Einladung zu Jesus und das Angebot des persönlichen Gesprächs sollten ganz natürlich ins Programm eingefügt werden. Nicht immer an der gleichen Stelle, denn sonst schalten die Kinder ab.
So soll das persönliche Gespräch angeboten werden
1. ... kurz. Wenige Sätze reichen aus.
2. ... persönlich. In der "du"-Form. Das ist persönlicher als "wir", "ihr" oder "man".
3. ... deutlich. Jedes Kind sollte anschließend wissen, wie, wann und wo es das Angebot zum Gespräch wahrnehmen kann.
4. ... als etwas Freiwilliges. "Wenn du möchtest, dann ..." Das Gespräch soll so angeboten werden, dass Kinder sofort oder zu einem anderen Zeitpunkt darauf eingehen können. Jedes Kind kann selbst entscheiden, ob es den Schritt zu Jesus alleine macht oder das persönliche Gespräch nutzt.
Wie oft soll das persönliche Gespräch angeboten werden?
Ruth Frey schreibt in ihrem Buch "Arbeit unter Kindern" (vergriffen): "Es ist notwendig, die Einladung immer wieder freundlich zu geben. Ob ihr Folge geleistet wird, das liegt beim Kind. Da niemand weiß, wann Gott ein Kind bereit gemacht hat, kann die Einladung nicht häufig genug erfolgen. Vielleicht wird das Kind nicht mehr wiederkommen. Die Verantwortung ist groß."
Wenn es sich um eine regelmäßige, wöchentliche Kinderveranstaltung handelt, dann muss nicht jedes Mal das persönliche Gespräch angeboten werden. Biete es an, wenn es die Geschichte nahelegt oder wenn das Thema evangelistisch ausgerichtet ist. So vermeidest du, dass die Kinder im entscheidenden Moment abschalten. Wenn das persönliche Gespräch zu oft angeboten wird, dann besteht die Gefahr, dass es nicht mehr gehört und ernst genommen wird.
Ich möchte dich dazu ermutigen, Kindern das Gespräch anzubieten.
Bleibe mit dem Herrn Jesus in Verbindung, damit er durch dich tun kann, was er sich vorgenommen hat. Er schenkt dir die richtigen Worte.
Erwarte und vertraue darauf, dass Gott durch sein Wort und durch seinen Heiligen Geist an Kinderherzen wirkt und durch dich Kinder für Christus gewonnen werden.
Du kannst für ein bestimmtes Kind die Person sein,
die ihm hilft, die Tür zu öffnen,
damit es Zugang findet zum Reich Gottes
und für Zeit und Ewigkeit gerettet wird.
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Nach einem Seminar zu diesem Thema sagte Maike:
"Es stimmt, wir trauen dem Herrn oft viel zu wenig zu.
Am Montag habe ich den Kindern das persönliche Gespräch
angeboten.
Und tatsächlich, ein Junge kam und hat sich bekehrt.
Er ist acht Jahre alt und kommt seit vier Jahren regelmäßig
zum Kindertreff."
09 Die geistliche Begleitung bei der Annahme des Heils
Der äußere Rahmen
Bereite eine "Sprich mit mir"-Sitzecke vor – einen Ort an dem das Gespräch ungestört stattfinden kann. Vielleicht steht dir ein separater Raum zur Verfügung. Ein heller Raum, nett vorbereitet, verbreitet eine gute Atmosphäre. Schließe die Tür nicht, sondern lasse sie offen. Jeder böse Schein muss vermieden werden. Aus diesem Grund sollte ein männlicher Mitarbeiter das Gespräch mit Jungen führen und nicht mit Mädchen. Eine weitere erwachsene Person sollte in der Nähe sein.
Halte deine Bibel und dein Schreibzeug bereit. Dazu auch Material zur Begleitung nach der Annahme des Heils, zum Beispiel eine Bibel und einen Bibelleseplan.
Dein freundliches und natürliches Verhalten wird dem Kind helfen, seine Nervosität abzubauen.
Stelle die Diagnose
Nicht so: "Das ist wunderbar, dass du Jesus deine Schuld bekennen willst. Falte die Hände, schließ die Augen, wir wollen jetzt beten." Jedes Kind wäre mit dieser Einleitung überfordert.
Unter der Führung des Heiligen Geistes solltest du zuerst herausfinden, wo das Kind steht.
Folgende Fragen können dabei helfen:
"Warum möchtest du mit mir sprechen?"
"Hast du noch eine Frage?"
"Warum bist du noch dageblieben?"
Ein Mädchen antwortete: "Ich wollte fragen, warum die Kinder-Bibelwoche so schnell vorbeigeht."
Das einleitende Gespräch ist wichtig, denn dadurch erkennst du, ob das Kind verstanden hat, worum es geht, und welche Hilfe es braucht.
Finde heraus, welche dieser vier Diagnosen auf das Kind zutrifft.
1. Das Kind hat nicht verstanden, worum es geht
Es hat vielleicht nur gehört, dass man in die "Sprich mit mir"-Ecke kommen kann, und deshalb ist es da.
2. Das Kind meint es nicht ernst
Es könnte sein, dass es anderen nachgelaufen ist oder aus Neugierde an den vereinbarten Ort kommt. Die Sündenerkenntnis fehlt.
Ich habe manchmal direkt gefragt: "Bist du gekommen, weil deine Freundin da war?"
Ein Kind dieser ersten beiden Gruppen ist noch nicht reif, um den Schritt zu Jesus zu tun. Begegne ihm trotzdem freundlich, zeige keine Enttäuschung. Du kannst das Kind ermutigen, noch einmal über das Gehörte nachzudenken. Sage ihm, dass es jederzeit mit seinen Fragen zu dir kommen kann.
3. Das Kind ist bereits errettet
Es gibt mehrere Gründe, warum ein Kind wiederholt Jesus in sein Leben aufnehmen möchte.
3.1 Die Heilsgewissheit fehlt
Auf die Frage: "Warum willst du Jesus noch einmal aufnehmen?", erhielt ich die Antwort: "Zur Sicherheit."
Dem geretteten Kind kannst du mit Johannes 1,12 zusprechen, dass es ein Kind Gottes ist. Auch Danken ist ein wichtiger Schritt, damit es Heilsgewissheit bekommt. Ermutige das Kind mit einem Wort aus Epheser 1 dazu, für die Errettung, die Vergebung und das ewige Leben zu danken, – für alles, was es in Jesus bekommen hat. Ermutige es auch dazu, den Herrn Jesus zu bekennen.
3.2 Das Kind hat wieder gesündigt
Dem Kind wird es eine Hilfe sein, wenn du über die Realität des Wiedersündigens im Leben eines Gotteskindes sprichst. Das Kind soll wissen, dass es trotz Versagen ein Kind Gottes ist (dann aber ein ungehorsames) und nicht verloren geht. Der Junge oder das Mädchen darf seine Schuld bei Jesus aussprechen und um Vergebung bitten. Mache dem Kind mit 1. Johannes 1,9 Mut dazu: "Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit." Es muss Jesus nicht noch einmal aufnehmen, aber es kann eine neue Hingabe an ihn vollziehen.
3.3 Die Bekehrung war so schön
Weil die Freude, die Beachtung und die Gefühle bei der Bekehrung so schön waren, möchte das Kind diese Erfahrung vielleicht noch einmal erleben.
Wenn das zutrifft, dann freue dich mit dem Kind über das Erlebnis von damals. Lade es zum gemeinsamen Dankgebet ein. Sprich mit ihm über die ständige Gegenwart des Herrn Jesus (Matthäus 28,20). Er ist da, auch wenn die Gefühle etwas anderes sagen. Er steht zur Seite, wenn es durch Schwierigkeiten geht. Niemals lässt er seine Kinder im Stich. Gib dem Kind die Verheißung Gottes aus Hebräer 13,5 mit auf den Weg. Man kann sie an fünf Fingern "ablesen": "Ich will dich nicht verlassen!"
4. Das Kind hat verstanden, worum es geht. Es ist noch nicht errettet und möchte Jesus in sein Leben aufnehmen
Gehört das Kind zu dieser Gruppe, dann kannst du ihm helfen, zu Jesus zu kommen.
Das Kind zu Jesus Christus führen
Mit der Frage "Warum möchtest du Jesus in dein Leben aufnehmen?" gibst du dem Kind die Gelegenheit zu sagen, was in seinem Herzen vor sich geht.
1. Benutze die Bibel
Das Kind ist entschlossen, seine Schuld zu bekennen und Jesus aufzunehmen.
Gründe dich im weiteren Gespräch auf einen Bibelvers. Zum Beispiel auf Johannes 3,16; Johannes 6,37; Römer 10,13; 1. Johannes 1,9. Oder knüpfe an die Verkündigung der biblischen Geschichte, des Liedes usw. an.
Verwende nur einen Bibelvers oder Anknüpfungspunkt aus dem Kindertreff, damit das Kind nicht verwirrt oder überfordert wird.
Mittelpunkt des Gespräches zur Annahme des Heils ist Jesus Christus. Er möchte Retter und Herr des Lebens werden.
Manche Kinder staunen über geistliche Wahrheiten. Damaris sagte: "Das habe ich noch nie gehört, dass Jesus alle Sünden vergibt."
Vier Wahrheiten des Glaubens soll das Kind erkennen
Das kleine "Wortlose Buch" veranschaulicht sie einfach und eindrücklich mit vier Farben.
Goldene Seite: Gottes Wesen. Seine Liebe und Heiligkeit.
Dunkle Seite: Die Realität der Sünde im Leben eines jeden Menschen. Ihre Wirkung und Strafe.
Rote Seite: Jesus Christus der Retter. Er ist für alle Sünden gestorben und hat sein Blut und Leben geopfert. Jesus ist auferstanden. Er ist der einzige Weg zu Gott.
Weiße Seite: Annahme des Heils. Durch die Vergebung macht der Herr Jesus rein (schneeweiß) von aller Schuld. Das ist das ewige Leben.
Ist dem Kind bewusst, dass es Rettung braucht? Dann soll es erfahren, wie es gerettet werden kann.
Beispiel: Was macht einer, der am Ertrinken ist? Er ruft laut um Hilfe.
Dazu leitet Römer 10,13 an: "Denn wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden." Jesus anrufen, das errettet aus Sünde und Verlorenheit.
2. Willst du wirklich?
Jesus als Retter annehmen, das ist lebenswichtig. Doch bevor das Kind diesen Schritt tut, soll es auch darauf hingewiesen werden, dass der Weg mit Jesus nicht immer leicht ist.
Jesus nachzufolgen, das ist keine Garantie für beste Noten in der Schule, auch nicht für viel Geld, Gesundheit, Wohlstand ... Es gibt nicht alle Tage Sonnenschein. Die Nachfolge hat auch eine andere Seite, und die darf nicht verschwiegen werden.
Sage deshalb dem Kind: "Es kann sein, dass dich deine Freunde nicht verstehen. Vielleicht lachen sie dich aus und verspotten dich. Willst du trotzdem mit Jesus leben?"
Solche Konsequenzen kann die Nachfolge haben. Ermutige das Kind, trotzdem mit Jesus zu gehen. Im Leben gibt es immer wieder schwere Zeiten. Doch wer Jesus hat, dem steht er bei. Er erhört Gebet und hilft, Probleme zu bewältigen. Der gute Hirte lässt seine Schafe nicht allein.
Sage dem Kind, dass Jesus viel Gutes schenkt. Er gibt Freude und Frieden, Vergebung und ewiges Leben. Das wiegt alle Schwierigkeiten bei weitem auf.
Zu den Konsequenzen gehört auch, dass die Heilige Schrift uns herausfordert, eine Wahl zu treffen. Das ist bei vielen Menschen nicht beliebt.
Entweder gerettet oder verloren.
Entweder Himmel oder Hölle.
Entweder ewiges Leben oder ewige Verdammnis.
Bei Kindern ist es wichtig, dies mit Weisheit und Feingefühl zu vermitteln. Das gehört auch zur Verantwortung des Mitarbeiters in der Arbeit unter Kindern.
Auch wenn der geistlichen Begleitung zur Annahme des Heils Beeinflussung und Überredung vorgeworfen wird, so zeigt die Erfahrung doch, dass Jungen und Mädchen genau wissen, was sie wollen und was nicht.
Folgende Beispiele machen deutlich, dass diese Kinder verstanden haben, worum es geht, den Schritt aber noch nicht tun wollen.
Ich hatte Kindern während einer Kinder-Evangelisation das persönliche Gespräch angeboten. Zeitpunkt: am nächsten Tag um 14.00 Uhr in der Kirche. Ein Junge nutzte das Angebot. Während des Gespräches riss ein anderer die Tür auf und sagte deutlich: "Ich will nicht beten, ich suche meinen Freund."
Beim Abschlussfest einer Kinderfreizeit sagte ein Junge, was ihm am besten gefallen hat: "Wir haben gelernt, wie man Jesus in sein Leben aufnehmen kann." Er hat es nicht getan, aber offensichtlich verstanden, wie das geht.
Und ein Mädchen sagte beim Gespräch: "Ich überlege mir das erst noch einmal."
Unvergesslich ist mir auch dieses Erlebnis: Drei Jungen brachten zum gemeinsamen Bibellesen ein kleines Kind mit. Christian, der frisch bekehrt und voller Missionseifer war, wandte sich sofort an den Fünfjährigen: "Willst du auch ein Kind Gottes werden?" Schweigen. Hilfe suchend fragte er mich: "Betest du jetzt auch mit ihm?" Ich antwortete: "Das muss er selbst wollen." Christian fragte den Jüngsten mit eindringlicher Stimme: "Willst du?" Antwort: "Nein!"
Andere Beispiele zeigen, dass Gott das Verstehen und das Wollen gewirkt hat.
Nachdem ich einem Kind die möglichen Konsequenzen der Nachfolge erklärt hatte, fragte ich: "Willst du jetzt im Gebet zu Jesus kommen, oder willst du dir das noch einmal überlegen?" Antwort: "Ich habe mir das guuut überlegt!"
Ein anderes Kind fragte ich: "Warum willst du das jetzt tun?" Die entrüstete Antwort lautete: "Denkst du vielleicht, ich will in die Hölle kommen?"
Bemerkenswert ist, dass in unserem Gespräch von Hölle nicht die Rede war.
Es ist ein Wunder, wie Gott an Kindern handelt und den Unmündigen offenbart, was vielen Klugen verborgen ist. Das andere Wunder ist, dass er uns in sein Handeln einbezieht und uns zuschauen lässt, wie er Kinderherzen zu sich zieht.
3. Das Gebet mit dem Kind
Viele Kinder wissen, was Gebet ist, und sind es gewohnt zu beten. Trotzdem solltest du nichts als bekannt voraussetzen.
Du kannst vor dem Gebet darauf hinweisen, dass es beim Beten auch Pausen geben kann, eine kleine Zeit zum Nachdenken. Wenn du diesen Hinweis vorher gibst, dann wird die Stille nicht als unangenehm empfunden.
Für das Kind ist es eine Hilfe, wenn du mit einem kurzen Gebet beginnst und dann zu ihm sagst, dass es nun dem Herrn Jesus alles sagen kann.
Ermutige das Kind …
... laut zu beten.
... den Namen des Herrn Jesus anzurufen. Denn nur in seinem Namen ist Vergebung und Heil zu finden. (Siehe Apostelgeschichte 2,21; 4,12; Römer 10,13.)
Mehr denn je sind Kinder heute in okkulte Praktiken verstrickt und dadurch belastet. Es kann sein, dass einige deshalb nicht fähig sind, den Namen Jesus auszusprechen. Wenn das zutrifft, dann solltest du liebevoll und beharrlich dazu ermutigen, dass Jesus angerufen wird. Wenn nötig und wenn das Kind es wünscht, kannst du die ersten Sätze vorsagen und vom Kind als Gebet nachsprechen lassen. Ist der Durchbruch geschehen, dann fließt plötzlich das selbständige Gebet.
... erkannte Sünden beim Namen zu nennen. Denn was ausgesprochen wird und konkret unter die Vergebung kommt, das belastet in der Zukunft nicht mehr. Und egal, was das Kind bekennt, bitte reagiere nie entsetzt. Sei nicht geschockt. Wenn wir ab und zu einen Blick ins eigene Herz werfen, werden wir barmherzig mit anderen, nicht wahr?
... alle bewusste Schuld zu bekennen. Dazu kannst du beim Beten die Frage einfließen lassen: "War das alles oder fällt dir noch etwas ein, das du Jesus sagen möchtest?" Das soll keine Seelenforschung sein, sondern dazu beitragen, dass ein Kind ganz frei wird und froh seine Nachfolge beginnt.
... Jesus um Vergebung zu bitten und ihm dafür zu danken, dass er für alle Sünden gestorben ist. Dieses Gebet erhört Jesus, der Erlöser, sofort.
Manchmal ist es notwendig, dem Kind das Gebet in kurzen Sätzen vorzusprechen oder ihm das als Starthilfe zum Beten zu geben.
Nach dem Beten dürfen wir auf Grund von 1. Johannes 1,9 im Glauben die Vergebung annehmen und sie dem Kind zusprechen. Halleluja!
Das Herz ist rein, die Sünde ist weggenommen und die Schuld vergeben.
Das Gespräch wird nun fortgesetzt mit einem Zuspruch und mit einer Frage: "Der Herr Jesus hat deine Sünden weggenommen. Dein Herz ist rein geworden. Kannst du dir denken, wer jetzt in deinem Leben HERR sein möchte?"
"Jesus!", so lautet fast immer die spontane Antwort.
Nächste Frage: "Willst du das auch?"
Jetzt schließt sich (wenn nicht bereits geschehen) ein Gebet an, in dem das Kind Jesus Christus in sein Leben aufnimmt.
"Herr Jesus, ich danke dir dafür, dass du mir meine Schuld vergeben hast.
Bitte komme du in mein Leben. Ich möchte für immer dir gehören. Amen."
Das anschließende Gespräch über die Heilsgewissheit ist unverzichtbar.
10 Die Heilsgewissheit
Die Gewissheit, gerettet zu sein und ewiges Leben zu haben, ist für die Nachfolge und für ein gesundes Wachstum im Glauben das unverzichtbare Fundament.
Ein gerettetes Kind soll durch Gottes Wort die Gewissheit erhalten, dass es von Jesus angenommen wurde und ein Kind Gottes ist.
Die Heilsgewissheit gründet sich nicht auf die guten Gefühle bei der Bekehrung und auch nicht auf die Worte des geistlichen Begleiters.
Ein zuverlässiger Fels ist Gottes Wort. Darauf soll der Glaube des Kindes gegründet werden.
Mit Johannes 1,12 kannst du das Kind zur Heilsgewissheit führen. Schlage deine Bibel auf und bitte das Kind, diesen Vers laut vorzulesen: "Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er die Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben."
Dann fragst du: "Steht hier etwas, das du getan hast?", und wiederholst den Vers. Manchmal spontan, manchmal zögernd, kommt die Antwort: "Ja. Ich glaube an Jesus. Ich habe ihn aufgenommen." Deine nächste Frage lautet: "Und was bist du dann jetzt?"
"Ein Kind Gottes!" Oft wird diese Antwort von einem unbeschreiblich strahlenden Gesicht unterstrichen. Diese Augenblicke gehören zu den schönsten im Dienst unter Kindern. Ich wünsche dir viele davon!
Wenn ein Junge oder ein Mädchen bezeugt: "Ich bin ein Kind Gottes!", dann ist das eine Bestätigung dafür, dass die Bekehrung stattgefunden hat. Das Kind hat den Heiligen Geist bekommen. Denn ohne ihn kann niemand sagen: "Ich bin ein Kind Gottes, Jesus ist mein Herr!" (Siehe Römer 8,16).
Julia las Johannes 1,12 vor. Als ich sie fragte, was sie nun ist, folgte zuerst ein fassungsloses Schweigen. Sie war buchstäblich sprachlos. Aber ihre Augen leuchteten. Ihr Gesicht strahlte vor Freude. Dann, überwältigt von der Tatsache, ein Kind Gottes zu sein, sagte sie: "DAS ist cool! SUPER!"
Durch persönlichen Zuspruch kannst du jetzt die Gewissheit des Kindes vertiefen:
... Du bist ein Kind Gottes.
... Der lebendige Gott, der alles geschaffen hat, ist dein himmlischer Vater.
... Dir sind deine Sünden vergeben.
... Der Herr Jesus wohnt durch den Heiligen Geist in deinem Herzen und hilft dir, so zu leben, wie es ihm gefällt.
... Du hast ewiges Leben und kommst einmal in den Himmel.
... Der Herr Jesus ist immer bei dir.
Ergänze den letzten Satz mit Hebräer 13,5: "Ich will dich nicht verlassen."
Diese wunderbaren Tatsachen lösen im Leben des Kindes Freude und Dank aus.
Deshalb kannst du fragen: "Was könnten wir jetzt noch machen?"
"Einen Luftsprung!", bekam ich einmal zur Antwort.
Hilf dem Kind, seine Freude in einem Dankgebet Jesus zu sagen.
Manchmal ist es nötig, dass in irgendeiner Form Wiedergutmachung geschieht. Zum Beispiel jemanden um Vergebung bitten oder Gestohlenes erstatten.
Dabei gilt es weise und behutsam vorzugehen.
Wiedergutmachung kann erfolgen ...
- durch das Kind,
- mit dem Kind oder
- für das Kind.
Fällt es einem Kind schwer, etwas wiedergutzumachen, z. B. Gestohlenes zurückzugeben, dann sollte es nicht gezwungen werden, das sofort zu tun.
Beispiel: Ein Mädchen hatte im Supermarkt etwas gestohlen. Sie wollte das unbedingt gutmachen, aber sie hatte nicht den Mut dazu und bat mich, das zu tun. Sie gab mir das Geld und ich leitete es mit erklärenden Worten an den Geschäftsführer weiter. Er war sehr erstaunt. So etwas hatte er noch nicht erlebt.
Die Schweigepflicht des geistlichen Begleiters
Mitarbeiter dürfen niemals weitersagen, was ihnen anvertraut wurde. Probleme, Sorgen, Nöte und Sünden der Kinder stehen unter der Schweigepflicht.
Sage dem Kind vor dem Gespräch, dass du niemandem erzählen wirst, was es dir sagt und was es dem Herrn Jesus bekennen wird.
Kinder müssen wissen, dass ihr Vertrauen nicht missbraucht wird. Um einer Verbreitung durch andere Kinder vorzubeugen, führe ich am liebsten Gespräche unter vier Augen.
Es ist Gottes Gnade, wenn ein Kind für Jesus Christus gewonnen wird.
Die göttliche Strategie dazu steht in Psalm 98.
1. Der Herr schafft Heil!
Jesus Christus, der gekreuzigte, auferstandene und erhöhte Herr, hat das Heil erworben. Dem ist nichts hinzuzufügen.
2. Der Herr lässt sein Heil verkündigen!
Durch dich lässt Gott verkündigen, wer der Heiland ist und was er am Kreuz vollbracht hat.
3. Aller Welt Enden sehen das Heil Gottes!
Gott selbst wird jungen Menschen die Augen auftun, damit sie erkennen, was er vollbracht hat und durch dich verkündigt wird.
Möchtest du jetzt im Gebet dem Herrn Jesus die Kinder namentlich nennen, die dir am Herzen liegen? Bringe ihm die Jungen und Mädchen, die zum Kindertreff, zum Kindergottesdienst oder zur Kinderfreizeit kommen.
Bete für sie, dass sie sehend werden für das Heil Gottes und es im Glauben annehmen.
Dein Gebet wird erhört werden, denn:
"So ist's auch nicht der Wille bei eurem Vater im Himmel, dass auch nur eines von diesen Kleinen verloren werde" (Matthäus 18,14).
11 Die geistliche Begleitung nach der Annahme des Heils
Die ersten Schritte auf dem neuen Weg
Ein guter Mitarbeiter ist ein Wegweiser. Ein sehr guter Mitarbeiter ist ein Begleiter auf dem neuen Weg. Er geht mit dem bekehrten Kind mit und gibt ihm Anleitung für das Leben mit Jesus – und das nicht nur mit Worten. Er übt auch mit dem Kind die praktische Nachfolge ein. Denn Theorie ist Silber, aber Praxis ist Gold.
Wenn du die folgenden sieben Anweisungen Schritt für Schritt mit einem Kind oder mit einer Gruppe von Kindern einübst, wird das Früchte tragen.
1. "Lies jeden Tag deine Bibel!"
Gottes Wort ist wie ein Licht auf dem Weg. Und es ist Nahrung für das geistliche Wachstum. Es ist Trost und Ermahnung. Bibelleser bekommen neuen Mut und Freude in der Stillen Zeit, wie ich die Zeit morgens mit Gott nenne. Die meisten wiedergeborenen Kinder haben ein großes Verlangen, die Bibel zu lesen. Erkläre ihnen den Umgang mit Gottes Wort. Zeige ihnen, wie sie zum Beispiel das Johannes-Evangelium finden. Auch ein Bibelleseplan kann für Kinder hilfreich sein.
Tipps, wie du mit Kindern das Bibellesen einüben kannst
1.1 Gebet
Beginne mit Gebet. Danke Gott für sein Wort und bitte ihn, dass er dabei hilft, es zu verstehen.
1.2 Text laut lesen
1.3 Nachdenken
Es folgen einige Minuten der Stille, um über den Bibeltext nachzudenken.
Fragen können dabei hilfreich sein: Was lerne ich durch diesen Text über Gott, Jesus Christus oder den Heiligen Geist? Welche Person in dieser Geschichte ist ein gutes Vorbild für mich? Sagt Gott mir etwas, das ich tun soll?
1.4 Gespräch über den Bibeltext
Im Gespräch über den Text wird das Gelesene vertieft. Danach kann ein Kind die Erklärung eines Bibelleseplans vorlesen.
Plane Zeit für die Fragen der Kinder ein. Besonders wertvoll ist es, wenn du einen Bibelvers zum Auswendiglernen vorschlägst.
1.5 Gebet
In der Gebetsgemeinschaft danken und loben die Kinder Gott und sagen ihm ihre Bitten.
Zum Abschluss: Mit der Ermutigung, dem Wort Gottes zu gehorchen, gehen die Kinder nach Hause.
2. "Sprich mit Gott im Gebet!"
Für viele Kinder ist Beten ganz natürlich. Manche sprudeln geradezu über, denn es ist für sie eine Freude und ein Bedürfnis, mit ihrem himmlischen Vater zu sprechen.
Beispiel: Während einer Kinder-Evangelisation kamen zwei Kinder, die im Kinderheim wohnten, zum Glauben. Als ich erfuhr, dass sie sich ein Zimmer teilten, machte ich den Vorschlag: "Da könnt ihr ja zusammen beten." Als wäre es das Normalste auf der Welt, sagten sie: "Das haben wir gestern schon gemacht."
Die Beziehung zum Vater im Himmel weckt das Verlangen, mit ihm zu reden. Du kannst das fördern durch gemeinsame Gebetszeiten, durch Ermutigung zum persönlichen Gebet und durch biblische Lehre über das Gebet.
Manche Kinder haben sogar selbständig einen Gebetstreff gegründet, um in Kleingruppen regelmäßig miteinander zu beten. Gib diese Idee weiter und mache Mut dazu.
3. "Gehorche Gottes Wort!"
Durch biblische Vorbilder und Unterweisung im Wort Gottes, durch Biografien von Missionaren und nicht zuletzt durch das eigene Vorbild kannst du Kinder prägen, damit sie Gott gehorsam sein wollen. Vermeide Gesetzlichkeit! Sie war schon immer ein schlechter Lehrer.
Jesus möchte Nachfolger, die ihm aus Liebe und Vertrauen gehorsam sind. "Wer mich liebt, der wird mein Wort halten" (Johannes 14,23).
Wer liebt, dem fällt es nicht schwer, gehorsam zu sein. Im Gegenteil. Es macht Freude, so zu leben, wie es Jesus gefällt und ihn ehrt.
4. "Erzähle anderen, was du mit dem Herrn Jesus erlebt hast!"
Vielleicht solltest du mit dieser Aufforderung vorsichtig sein. Warte ab, damit das Kind nicht am Anfang der Nachfolge eine harte Gegenreaktion erlebt, zum Beispiel in der Familie. Die Ermutigung, Jesus zu bekennen, sollte weise gegeben werden.
"Wer würde sich freuen, wenn du ihm sagen würdest, dass du ein Kind Gottes bist?" So habe ich Kinder manchmal gefragt. Antwort: "Meine Oma."
Kinder sind treue Zeugen für Jesus. Schon oft kamen Eltern oder Freunde durch ihr Zeugnis zum Glauben.
Rahel schrieb: "Hast du noch ein Leuchtkreuz für mich? Das möchte ich meiner Freundin schenken. Ich habe ihr schon oft von Gott erzählt."
Kinder machen begeistert bei Missionseinsätzen mit. Bei einem missionarischen Einsatz in unserer Stadt haben die Kinder Lieder gesungen und innerhalb einer Stunde mehr als 1000 Traktate verteilt. Kinder sind dabei sehr erfolgreich, denn Erwachsene lehnen ihnen nichts ab.
Auch Besuche bei alten und kranken Menschen mit Liedern und christlichen Schriften kamen gut an.
5. "Du brauchst Gemeinschaft mit anderen Gotteskindern!"
Damit niemand aufgibt, braucht er die anderen. Gemeinschaft ist wichtig und macht stark. Biete den Kindern deshalb regelmäßige Treffen mit anderen Gläubigen an: den Kinder-Bibeltreff oder Gebetstreff.
Empfehlenswert ist dafür die Zeit vor oder nach dem regelmäßigen Kindertreff, vor oder nach dem Kindergottesdienst. Das ist für manche Kinder einfacher als ein zusätzlicher Termin in der Woche.
6. "Bitte um Vergebung, wenn du wieder Unrecht getan hast!"
Lehre das Kind, dass das Wiedersündigen eine traurige Realität im Leben von Gottes Kindern ist (siehe 1. Johannes 1,8-9).
TROTZDEM: Es ist und bleibt ein Kind Gottes! Die Wiedergeburt kann durch Ungehorsam genauso wenig rückgängig gemacht werden wie die natürliche Geburt.
Beispiel: Beim gemeinsamen Bibellesen erzählten einige Jungen ganz begeistert: "Gestern haben wir die Bibel mit auf den Sportplatz genommen. Dann kamen andere und haben uns geärgert. Als sie weg waren, haben wir schnell Beeren gesammelt, damit wir gleich zurückschießen können, wenn sie wieder anfangen."
So sind Kinder. Sie werden durch die Bekehrung keine Engel. Gläubige Kinder werden nicht alle Erwartungen erfüllen. Stattdessen werden sie – trotz deutlicher Zeichen für ihr neues geistliches Leben – auch enttäuschen. Gibt es vielleicht deshalb Vorurteile gegen Kinderbekehrung?
Kinder sind Kinder! Echt und ohne Schein. Und Erwachsene? Sie haben gelernt, sich zu beherrschen. Sie lächeln auch dann, wenn sie innerlich wütend sind. Wer würde es wagen, ihnen den Glauben abzusprechen? Kinder dagegen drücken ihre Gefühle ganz impulsiv aus. Sie gebrauchen dazu ihren Mund, ihre Fäuste und ihre Füße.
Aber ich weiß, Kinder sind schneller bereit zur Versöhnung und Vergebung.
Schenke Kindern Liebe und Vertrauen. Überfordere sie nicht.
Und sage niemals – wirklich niemals! – zu einem Kind, das sich durch hässliche Worte oder in anderer Weise schuldig gemacht hat: "Und du willst ein Kind Gottes sein?"
Von Wollen kann überhaupt keine Rede sein, es ist ein Kind Gottes. Wenn du ihm diese Tatsache nach einem Versagen absprichst, dann gleicht das den vernichtenden Stiefeln, die ein Schneeglöckchen niedertreten. Es hat (fast) keine Chance mehr.
Ein Kind, das Jesus kennt und liebt, braucht nach Ungehorsam keine Vorwürfe. Es leidet selbst unter seiner Schuld. Deshalb braucht es vielmehr eine liebende Hand, die ihm beim Aufstehen hilft und ihm Mut macht.\\
Reiche ihm deine Hand und sage ihm:
- Du darfst mit deiner Schuld zu Jesus gehen, er vergibt dir.
- Du brauchst Jesus nicht noch einmal aufzunehmen. Er ist bei dir.
- Du darfst die Vergebung annehmen und froh deinen Weg weitergehen. Jesus liebt dich.
Bei Jesus gibt es viel Vergebung für das Kind – und für uns!
Zur Erinnerung: Sage niemals: "Und du willst ein Kind Gottes sein?"
7. "Vertraue auf Gottes Verheißungen!"
Die Versprechen Gottes sollen Kinder auf ihrem Weg mit Jesus begleiten. Ein ganz besonderer Zuspruch Gottes ist: "Ich will dich nicht verlassen" (Hebräer 13,5b).
Das gilt für die schönen und für die schweren Tage. Niemals lässt Gott seine Kinder im Stich. Auch dann nicht, wenn sie fallen oder Probleme haben.
Verschiedene Möglichkeiten, wenn die geistliche Begleitung nicht persönlich erfolgen kann
Ist die geistliche Begleitung weder persönlich noch in einer Gruppe möglich, dann kannst du mit Briefen oder Telefongesprächen Kontakt halten.
Auch mit einem Besuch oder einer Einladung kannst du das Kind überraschen. Das sollte in Absprache mit den Eltern geschehen.
Eventuell ist eine geistliche Begleitung auch per WhatsApp, Telegram, Instagram und anderen Medien möglich.
Das Gebet für das Kind
Den schönsten und wichtigsten Dienst, den du für ein Kind tun kannst, habe ich mir für zuletzt aufgehoben.
Gott erhört Gebet. Und deshalb ist die Fürbitte die wirkungsvollste Begleitung eines Kindes auf seinem Weg mit Jesus.
Beten ist leicht gesagt, aber manchmal schwer getan. Warum? Weil der Teufel uns davon abhält? Nein. Nicht an allem ist der Widersacher schuld.
Könnte es sein, dass ...
... Bequemlichkeit dazu führt, das Gebet zu vernachlässigen?
... die Überzeugung von der Macht des Gebets nur theoretisch vorhanden ist?
Wenn du täglich und namentlich für diejenigen betest, die für Jesus Christus gewonnen wurden, wird das ungeahnte Folgen haben.
Ich erzähle dir, was meine Gebetspraxis verändert hat.
Eine positive Wende brachte das folgende Erlebnis: Einmal war ich der Meinung, ich sei zu müde zum Beten, und ließ es deshalb bleiben. Doch dann ertappte ich mich dabei, wie ich stattdessen viele andere Dinge tat. Das kam mir wie Selbstbetrug vor und wirkt bis heute nach.
Ich habe aufgehört, Gott um Zeit fürs Gebet zu bitten. Stattdessen plane ich die Fürbitte ein – und halte sie ein – am Morgen. Ich bin eine extreme Frühaufsteherin und kann mich morgens am besten konzentrieren.
Es ist kein Geheimnis: Für etwas, das uns wichtig ist, nehmen wir uns Zeit. Und genau das möchte ich im Hinblick auf das Gebet umsetzen.
Eine andere Tatsache ist, dass aus regelmäßigen Gebetszeiten eine Gewohnheit wird. Und das ist sie für mich durch Gottes Güte geworden.
Es gibt keine Entschuldigung für Gebetslosigkeit. Aber es gibt Vergebung und die Möglichkeit der Veränderung. Darüber bin ich sehr froh. Denn was ich heute schreibe, das kann morgen schon wieder angefochten oder vernachlässigt sein.
Ich kann nicht für mich garantieren. Aber ich möchte treu sein und das tun, was der Herr Jesus häufiger als alles andere befohlen hat: Betet!
Tipps aus der Erfahrung:
- Wähle für das Gebet die Zeit des Tages, in der du dich gut konzentrieren kannst.
- Bete aufgrund von Verheißungen, die Gott gegeben hat, und notiere sie in deiner Gebetsliste. Die Gebete des Paulus geben eine Fülle von Impulsen, um gezielt für Gläubige zu beten.
- Bete namentlich für Kinder.
Oft, aber nicht immer, geht mir nach der Gebetszeit die Arbeit besser und schneller von der Hand. Und wenn am Ende eines Tages manches unerledigt geblieben oder nicht gelungen ist, so weiß ich doch, dass ich das Wichtigste getan habe.
"Und das ist die Zuversicht, die wir haben zu Gott: Wenn wir um etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns. Und wenn wir wissen, dass er uns hört, worum wir auch bitten, so wissen wir, dass wir erhalten, was wir von ihm erbeten haben" (1. Johannes 5,14-15).
Erwarte Veränderungen im Leben des Kindes
Das junge Gotteskind soll und möchte als neuer Mensch anerkannt werden.
In Gottes Augen hat eine unfassbar große Veränderung stattgefunden. "Denn ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden" (2. Korinther 5,17).
"Siehe", sagt Gott in seinem Wort. Schaut hin! Achtet auf das völlig Neue!
Hier ist ein Mensch …
- … vom Reich der Finsternis in das Reich des Lichtes versetzt worden.
- … aus der Verlorenheit gerettet worden.
- … vom breiten auf den schmalen Weg umgestiegen.
- … mit Gott versöhnt worden durch das Blut des Herrn Jesus.
Das sind unerschütterliche, geistliche Realitäten, auch wenn das Verhalten des bekehrten Kindes nicht immer deinen Erwartungen entspricht.
Ein Kind Gottes ist in seiner Stellung vor Gott vollkommen, in seinem Verhalten jedoch noch nicht vollendet.
Deshalb: Sei barmherzig! Gleichzeitig darfst du Veränderungen im Leben des Kindes erwarten. Der Heilige Geist schafft Veränderungen. Und diese werden im Leben der Kinder ganz unterschiedlich aussehen, denn das hängt auch von ihrem Temperament ab.
Veränderungen im Leben eines wiedergeborenen Kindes
1. Die Heilsgewissheit und Freude, ein Kind Gottes zu sein
2. Das Verlangen, die Bibel zu lesen
Beispiel: Sarahs Mutter erzählte, dass die Familie nach der Kinder-Evangelisation in Urlaub fuhr. Und was packte Sarah zuerst in ihren Koffer? Die Bibel.
3. Das Verlangen zu beten
Beispiel: Ralph fragte: "Machen wir Gebetsgemeinschaft? Darf dann jeder wieder etwas sagen?" Er konnte es kaum erwarten zu beten.
Das gemeinsame Gebet mit Kindern gehört zu den beeindruckendsten Erlebnissen. Ihre Gebete zeigen Glauben, Echtheit und Ernsthaftigkeit.
4. Das Bemühen, gehorsam zu sein
5. Traurigkeit über begangenes Unrecht
6. Missionseifer
Viele gerettete Kinder sind eifrige kleine Missionare.
- Sie laden ihre Freunde zum Kindertreff ein.
- Sie erzählen anderen von Jesus und gewinnen sie für ihn.
Simona schrieb: "Ich muss dir gleich am Anfang dieses Briefes erzählen, dass Lena, meine Freundin, Jesus in ihr Leben aufgenommen hat. Sie hatte schon oft mit mir die Bibel gelesen. Eines Tages sagte sie, dass sie auch ein Gotteskind werden möchte. Dann beteten wir und baten Jesus, in das Herz von Lena zu kommen."
Wunderbar, wenn Kinder andere Kinder für Jesus Christus gewinnen! Rechne damit und leite sie dazu an.
- Sie beten für Freunde, die noch nicht gerettet sind.
Ich war manchmal überrascht, wenn Kinder unmittelbar nach ihrer Bekehrung erkannten, wer Jesus noch nicht kennt. In ihrem ersten Gebet betete Jutta für ihre Eltern, dass sie auch Kinder Gottes werden.
- Sie leben mutig ihren Glauben.
Maik kam auf einer Kinderfreizeit zum Glauben. Zu Hause bekannte er sich zu Jesus Christus. "Mama, wir wollen ab heute jeden Tag beten!" Er führte das Dankgebet vor dem Essen ein. Seine Eltern sahen die Veränderung bei ihrem Sohn. Sie öffneten sich für das Evangelium und besuchten den Gottesdienst. Und Maik wurde ein treuer Mitarbeiter im Kindertreff.
7. Liebe zu Jesus
Am Leben vieler Kinder kannst du erkennen, dass sie Jesus lieben.
Du erkennst es daran, wie sie von ihrem Retter sprechen.
Du siehst auch, wie sehr sie darunter leiden, wenn Jesus verspottet und lächerlich gemacht wird.
Wenn Jesus das Herz erfüllt, dann kann der Mund nicht schweigen.
Und die Hand greift zum Farbstift.
Dieses wunderbare Bild zeigt dir, für wen das Kinderherz schlägt.
Veränderungen im Leben eines Kindes sind Grund zur Freude. Halte Ausschau danach, erkenne sie an und lobe das Kind. Danke dem Herrn Jesus dafür, auch wenn noch nicht alles wie eine schöne, reife Frucht vorhanden ist.
Als Marco den ersten Schritt auf dem schmalen Weg gemacht hatte, sagte er: "Ich weiß, worüber sich der Herr Jesus am meisten freut." Sehr interessiert fragte ich ihn: "Worüber denn?" Seine Antwort lautete: "Wenn man die gleiche Sünde nicht noch einmal macht."
So ernst und überzeugt hatte ich das noch von keinem Kind gehört. Still betete ich, dass Gott ihm dazu seine Gnade schenkt.
Die geistlichen Erkenntnisse von Kindern werden dir viel Freude bereiten. Damit stellen sie manchen Erwachsenen in den Schatten. Ich habe oft über die tiefen Einsichten eines Kindes gestaunt, die Gott ihm beim Lesen seines Wortes offenbarte.
Teile dafür Lob und Anerkennung aus. Gehe darauf ein. Spare nicht mit Ermutigung.
12 Zur Ermutigung!
Wer Kinder geistlich begleitet, braucht selbst immer wieder eine große Portion Ermutigung. Gott hat sie mir zu einer Zeit gegeben, als sich in die Freude und das Vorrecht des Dienstes große Sorgen und Enttäuschung mischten. Enttäuschung darüber, dass gläubige Kinder den Weg mit Jesus nicht weitergingen, und Sorge um die anderen, ob sie wohl treu bleiben werden.
Mit neuen Augen las ich in dieser Situation Johannes 15,16.
Jesus spricht: "Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit, wenn ihr den Vater bittet in meinem Namen, er's euch gebe."
Hast du die doppelte Verheißung in diesem Vers auch entdeckt?
1. Ihr bringt Frucht.
2. Eure Frucht bleibt.
Auch wenn wir uns bemühen, Gott treu zu dienen, und für Kinder tun, was wir tun können, so liegt doch alles in Gottes Hand. Er schafft Frucht. Er sorgt dafür, dass sie bleibt. Der HERR tut es auch dann, wenn unsere Augen zusehen müssen, wie sich gute, frische Frucht scheinbar in Trockenobst verwandelt.
Es ist bemerkenswert, dass die doppelte Verheißung des Herrn Jesus in eine Zusage für das Gebet mündet: "… damit, wenn ihr den Vater bittet in meinem Namen, er's euch gebe."
Es ist ein Segen, wenn wir, du und ich, dieses Wort bewahren und tun.
Ich weiß, dass empfohlene Bibelstellen nicht immer beachtet werden. Aber diese Verse solltest du unbedingt in deiner Bibel lesen.
Bitte schlage zuerst Psalm 116,6 auf.
Mache das Gleiche mit Johannes 10,27-30 und blättere dann weiter zu Philipper 1,6!
Lies diese Verse mehrmals. Denke darüber nach und – vertraue darauf! Denn Gott meint wirklich, was er sagt, wenn er uns seine Verheißungen gibt.
Zuletzt blende ich noch einmal den Kindertreff vom Anfang dieser Seiten ein.
Erinnerst du dich an den Protest der Jungen und Mädchen, als sie hörten, es sei nicht möglich, dass Kinder gerettet werden? "Doch, das stimmt!", riefen sie laut dazwischen.
Gott sei Dank, Kinder können glauben und gerettet werden, wenn sie im Wort Gottes gut gelehrt worden sind und die Möglichkeit erhalten, zu Jesus zu kommen.
Ungezählte Kinder sind der Beweis dafür, sie haben es persönlich erlebt. Und viele, die als Kind zum Glauben kamen, sind heute bekennende Christen an der Universität, am Ausbildungsplatz, im Beruf, in der Familie und in der Mission.
Gott baut sein Reich mit vielen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen, die ihm in jungen Jahren ihr Leben anvertraut haben.
Kinder für Jesus Christus gewinnen!
Das ist ein Vorrecht für uns. Das ist eine Ehre für den Herrn.
Haben dich diese Seiten ermutigt, dieses Ziel in deinem Dienst unter Kindern noch stärker zu verfolgen? Du wirst es nicht bereuen, wenn du deine beste Kraft, Zeit und Mittel dafür einsetzt, um Kinder für Jesus Christus zu gewinnen.
Denke daran: Wenn ein Mensch schon als Kind gerettet wird, dann wird ein ganzes Leben gerettet. Auf kein einziges will Gott verzichten.
Denn "So ist's auch nicht der Wille bei eurem Vater im Himmel, dass auch nur eines von diesen Kleinen verloren werde" (Matthäus 18,14).
Nicht die Verlorenheit der Kinder ist unser Motiv, sie für Christus zu gewinnen, sondern vor allem die Ehre Gottes. Er allein hat Anspruch auf ihr Leben, denn er ist ihr Schöpfer und Erlöser. Der HERR allein soll sie haben. Darum setzen wir uns dafür ein, dass Gott zu seinem Recht kommt und Kinder für Jesus Christus gewonnen werden.
Der HERR segne dich und behüte dich in deinem Dienst unter Kindern!
Kinder für Jesus Christus gewinnen
Wie du ein Kind zu Jesus Christus führen kannst
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Die 170 "Geschichten für Kinder" (à 3 Min.) auf www.wol-children.net beinhalten viele evangelistische Hörspiele und ermutigende Geschichten für Kinder, die den Herrn Jesus angenommen haben.