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108 Belas Bibel


Der Zigeunerwagen holperte über die Landstraße. Kinder winkten.

Bela, der Zigeunerjunge, sagte: "Papa, ich möchte einmal bei einem Bauern arbeiten."

"Das wird dir bald langweilig werden", antwortete der Vater.

Und die Mutter scherzte: "Bela und arbeiten. Dass ich nicht lache."

Dass ihm die Eltern das nicht zutrauten, ärgerte Bela. Im nächsten Dorf sprang er vom Wagen und lief davon.

Das Bauernhaus mit den Blumen am Fenster gefiel ihm. Er klopfte an.

Der Bauer öffnete die Tür: "Guten Tag. Wer bist du?"

"Ich heiße Bela und möchte bei ihnen arbeiten."

"Du kommst gerade richtig zur Kartoffelernte", sagte der Bauer. "Aber zuerst gibt es was zum Essen, komm rein."

Der Küchenduft erinnerte Bela daran, dass er einen Bärenhunger hatte.

"Wir beten zuerst. Alle guten Gaben, alles was wir haben, kommt o Gott von dir. Wir danken dir dafür. Amen."

Beten und sogar Bibellesen, das war neu für Bela.

Aber er war gern bei dem freundlichen Bauern. Sogar die Arbeit machte ihm Spaß, obwohl ihm abends der Rücken weh tat. Eine Woche verging.

Eines Abends bellte der Hund wie verrückt. Bela lief zu ihm: "Nero, was ist, willst du im Hof spielen?"

Draußen spitzte Nero die Ohren. Bela lauschte ebenfalls. "Nero, da spielt jemand Geige", sagte der Zigeunerjunge. "Das sind bestimmt meine Eltern. Die sitzen am Feuer, braten einen Igel und singen Lieder. Ich habe auf einmal schrecklich Heimweh. Verstehst du das?"

Bela schaute in die Küche, doch niemand war da. Er nahm die Bibel, die auf dem Tisch lag und verschwand in die Nacht.

Der Vater freute sich: "Bela, da bist du ja wieder. Hast du etwas mitgebracht?"

"Dieses Buch habe ich mitgebracht."

Die Mutter sagte: "Grigor kann lesen."

Grigor schlug die Bibel auf: "Achtung, das ist ein heiliges Buch. Hier steht: Das Neue Testament von unserem Herrn Jesus Christus."

"Das ist etwas Gutes", sagte die Mutter. "Lies vor!"

Grigor las: "Ein Mann kam zu Jesus und fragte: Was muss ich tun, dass ich das ewige Leben habe? Jesus antwortete ihm: Halte Gottes Gebote. Du sollst nicht stehlen."

"Du sollst nicht stehlen?", sagte der Vater entsetzt.

Betroffen schauten sich die Zigeuner an, alle hatten schon gestohlen. Bela sogar die Bibel. Aber am selben Abend brachte er sie wieder zurück.

Der Bauer staunte: "Bela, das ist eine Überraschung. Du hattest die Bibel? Ich schenke sie dir."

"Ist das wahr, ich darf sie behalten?"

Bela war glücklich.

Durch die Bibel lernten die Zigeuner Jesus kennen und auch, ihm zu vertrauen.

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